Hey Basti.
Ich hab heute erfahren, das du Gestern, am 08.03.2010 gegen Nachmittag verstorben bist.
Mag möglicherweise jetzt komisch klingen, das ich über meinen Blog mit dir "rede", aber ich weis nicht... Ich habe das Gefühl, das ich dir einfach noch etwas zu sagen hatte... so vieles... und jetzt weiß ich nicht mehr, wie ich das Bewerkstelligen soll... so ist das hier auch mehr ein Versuch, eine Entschuldigung an mich selbst für Dinge, die gesagt werden sollten, die aber nie gesagt wurden. Ich hoffe, du nimmst mir das nicht krum... Andererseits, irgendwie wäre es gar nicht deine Art, irgendetwas krum zu nehmen... Jedenfalls nicht mir gegenüber und nachhaltig.
Schon komisch. Jahrelang hört man nichts voneinander, dann bekommt man plötzlich wieder kontakt... und auf einmal, kurz darauf, ist alles vorbei. Hey, du warst in den letzten Jahren so oft im Krankenhaus, so oft auf der Intensivstation... Ich hab dich schon beim Wort genommen. "Ich lag dem Tod schon so oft auf dem Präsentierteller und er hat mich liegen lassen, der will mich nicht!". Unkraut vergeht nicht. Tja... so kann man sich irren... War uns beiden glaube ich auch schon immer bewusst.
Wenn ich versuche, mich an unser erstes Treffen zu erinnern... Gott, das ist ewig her...
Ich weis nichtmehr, was der Anlass war. Ich glaube es war ein Geburtstag. Der Deiner Mutter oder der deines Vaters. Damit könnte ich allerdings auch komplett falsch liegen... Jedenfalls haben wir beide Schach oder Mensch-ärger-dich-nicht gespielt... wobei, gespielt ist vermutlich das falsche Wort, streng genommen haben wir uns mit den Spielfiguren beworfen. Die Erinnerung ist sehr nebulös, ich weis nicht, ob wir Spaß daran hatten, oder ob wir uns einfach nicht riechen konnten. In Jedem fall stecktest du noch in den Windeln und ich war noch nicht im Kindergarten.
Das nächste, an das ich mich erinnere, ist, das wir auf dem Wendeplatz vor eurem Haus Tennis gespielt haben. Du wolltest unbedingt einen "Becker-Hecht" hinbekommen (und hast dir dabei mehr als ein blutiges Knie geholt...) ...und deine Mutter war Sauer, weil wir die geniale Idee hatten, Softballschläger und Tennisbälle zu Kombinieren (und die Plastikschläger demnach hinüber waren, wenn wir den Ball dann Zufälligerweise mal getroffen hatten...)
Unmittelbar danach weis ich noch, das wir in jüngeren Jahren oft in Herdorf auf dem Spielplatz waren, um zu Bolzen... das Ich dich gegen die "blöden" Jungs verteidigt habe... Das wir teilweise heimlich die nächte durchgemacht haben, nur um pünktlich um 6 Uhr aufzustehen und am SNES Zelda, Pilotwings oder Mariocart zu Zocken... Basti und Dennis, das Zockerteam, alle Goldpokale in allen Klassen in unter 5 Stunden. Zelda haben wir aber nie geschafft... Aber das Beat-em-Up der "Ninja-Turtels". abwechselnd mit jedem Charakter... Die "Arschbombe" ("Uff, das Mieft!")...
Später die Zeit der "PC-Elite", Uralte Rechner mit viel zu wenig Arbeitsspeicher und daher mit einer Startdiskette für jedes-einzelne-Spiel.
Danach... kommt mir die erinnerung an da sKrankenhaus in Siegen, und das ich dich nicht besuchen durfte, weil ich noch keine 14 war und du auf der Station für Hochinfektiöse Krankheiten lagst... ein vorzeichen von dem, was noch kommen sollte?
Ich weiß es nicht...
Irgendwann war ich in Koblenz, zur Musterung. Hier hab ich dich im Krankenhaus, im Rehazentrum besucht. Du sahst damals schon extrem außgemergelt aus, abgemagert, Lebelos... Aber deinen Sinn für Humor, den hattest du immer noch nicht verloren. Im Krankenzimmer haben wir uns Scherzhaft über deine Beerdigung unterhalten, wie du sie Planen würdest und so weiter... Hätte ich damals gewusst, das dieser Zeitpunkt bereits am 12.03.2010 erreicht ist... ich wäre vermutlich an den Witzen erstickt...
Irgendwann innerhalb der letzten 2 Jahre haben wir auch mal eine Rollenspielgruppe gemeinsam gehabt... (Du und deine Bartagame...) Dämonen der Stufe 10 Beschwören... Du bist, warrst und bleibst auf alle ewigkeit ein Chaot...
Erinnerungen... wenn ich es versuche, dann stürtzen sie auf mich ein, überschwemmen mich... So sehr, das ich sie nicht auseinander halten kann...
Hätt eich gewusst, das es das letzte mal sein wird, das ich etwas von dir höre, ich hätte im ICQ... "andere" dinge mit dir Besprochen, und nicht einfach nur gleichgültig erklärt, wie du im Firefox die Extras findest und den Downloadordner wechselst...
Egal, wie sehr ich es versuche, es gibt einfach keine zeit, in der du nicht "da" warst. Möglicherqweise haben wir Jahrelang kein Wort gewechselt, weil wir beide wichtigeres zu tun hatten... aber ich wusste immer irgendwie, das ich jederzeit nur einmal kurz hätte anrufen müssen, um mit dir über alles mögliche und Unmögliche zu Labern...
...und diese Zeit soll nun vorbei sein...
...Ich kann es nicht begreifen... Ich will es nicht begreifen... Aber ich werde es wohl akzeptieren müssen...
Auf wiedersehen,
- Bastian Jaworek -
Der erste echte Freund, an den ich mich im meinen Leben erinnere.
Der erste echte Freund, der, so weit ich denken kann, immer da war.
...Der erste echte Freund, der viel zu früh gegangen ist.
Auf wiedersehen, Basti. Wo auch immer du sein magst; was echte Freundschaft ausmacht, das vermag selbst der Tod nicht zu trennen. Wir sehen uns wieder, irgendwan, irgendwo, irgendwie. Ich warte darauf. Warte du bitte auch auf mich...
Adieu... und halt die Ohren Steif...
mit lieben grüßen:
Dennis
P.S.:
Schlümpfe sind Säugetiere! (Du hattest gefragt...)
09.03.10
Bye Basti!
Eingestellt von
Psycho-Dad
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Scheiße. Jetzt trauere ich um einen völlig Fremden und fürchte mich, dass es mir auch einmal so gehen könnte, einen Freund so plötzlich verlieren.
AntwortenLöschenUnd jetzt werde ich Somewhere over the rainbow vermutlich mit anderen Ohren hören als vorher.
Dolge
Hallo Dennis. Vielleicht wunderst du dich wer ich bin. Ich habe Bastian lange Zeit in MS auf der Intensivstation in der Uniklinik als Krankenpfleger betreut, wo er lange lag. Ich denke es war das jahr 2005. Er hörte oft meine Bob Marley-CD die ich ihm kopierte und war immer, gab es auch noch so viele Rückschläge, tapfer und stark, so habe ich ihn in Erinnerung. Ich hatte das Gefühl daß er gut mit mir auskam und sich freute wenn ich da war. Das gab mir ein gutes Gefühl, daß ich alles richtig mache und ist wahrscheinlich der Grund daß der Kontakt zwischen uns immer Bestand hatte.Ich hatte die letzten jahre immer wieder Email-Kontakt zu ihm, habe mit ihm gechattet per ICQ und war immer froh von ihm zu hören, wenn es ihm besser ging. Er erzählte mir von der Schule in Neuwied, von Freunden, von Feiern, von Mädchen die er kennenlernte, von seinen Poetry Slams, aber auch von Rückschlägen und Schmerzen, die ihm immer wieder widerfahren sind. Wir hatten das letzte Mal Kontakt über ICQ am 22.2., am 9.2. schrieb er mir von seinem erneuten Klinikaufenthalt, den inneren Blutungen und seinen höllischen Schmerzen die er Jahre lang mit sich rumschleppte. Seitdem hörte ich nichts mehr von ihm. Heute habe ich mich gefragt wie es ihm geht, dran gedacht daß ich lange nichts mehr von ihm hörte, habe komischerweise seinen Namen gegoogelt und kam auf deinen Blog. Ich bin wirklich sehr geschockt und traurig, daß Bastian jetzt nicht mehr da ist. Was auch immer die Umstände waren daß er gestorben ist, wie er gestorben ist, freute es mich als ich las, daß er eine schöne Trauerfeier hatte. Ich hoffe er hat jetzt ein neues Leben ohne Leid und Schmerz. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe du bist stark, und Bastis Familie ebenso. Guido aus Münster
AntwortenLöschenhey!
AntwortenLöschenwir kennen uns nicht, aber ich hab gerade wie so oft an basti gedacht und die lieder von der trauerfeier gehört. da seine wkw seite leider gelöscht ist und man sich dort keine bilder mehr angucken kann, habe ich auch eifach mal gegoogelt und bin hier in deinem blog gelandet.
ich wollte dir nur sagen, dass ich gut finde was du über ihn geschrieben hast. mir tut es meistens gut über ihn zu lesen wenn ich an ihn denke.
lg aus neunkirchen =)